Mahler schrieb sinngemäß, dass der Game Pass durchaus hätte funktionieren können, wenn Xbox genug starke Inhalte geliefert hätte. Stattdessen kritisierte er, Microsoft habe zu viele mittelmäßige Inhalte „wie aus einer Fabrik“ produziert. Sein Vergleich: Bei Film- und Serienabos würden Nutzer für Dienste wie HBO zahlen, weil dort hochwertige Inhalte wie The SopranosThe Wire oder Game of Thrones verfügbar seien. Bei Spielen sei "neu" für viele Spieler aber besonders wichtig – und wenn neue Inhalte qualitativ nicht mithalten, werde das zum Problem. 

Harte Kritik von einem früheren Xbox-Partner

Moon Studios entwickelte mit Ori and the Blind Forest und Ori and the Will of the Wisps zwei der bekanntesten Xbox-Exklusivtitel der vergangenen Jahre. Beide Spiele wurden von Microsoft beziehungsweise Xbox Game Studios veröffentlicht und gelten bis heute als Aushängeschilder für starke kleinere Produktionen im Xbox-Ökosystem. 

Gerade deshalb bekommen Mahlers Aussagen besonderes Gewicht. Der Entwickler kritisiert nicht grundsätzlich die Idee eines Abo-Modells, sondern die Umsetzung. Aus seiner Sicht brauche ein Dienst wie der Game Pass dauerhaft Spiele, die Spieler wirklich halten – nicht nur eine große Masse an Veröffentlichungen.

Für Microsoft ist das ein heikler Punkt. Der Game Pass war lange das große Zukunftsversprechen von Xbox. Inzwischen wird jedoch immer wieder diskutiert, ob das Modell für Entwickler, Spieler und Microsoft selbst wirklich nachhaltig funktioniert.

Mahlers Kritik dürfte diese Debatte weiter anheizen. Denn sie kommt nicht von irgendeinem Außenstehenden, sondern von einem Entwickler, der mit Ori selbst bewiesen hat, wie wichtig starke, eigenständige Spiele für die Xbox-Marke sein können.