Die PlayStation 6 ist noch nicht offiziell angekündigt, aber Sony spricht bereits über die Zukunft der eigenen Hardware. In einem Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu erklärte Hideaki Nishino (Präsident und CEO von Sony Interactive Entertainment), dass seine Überzeugung nicht verschwunden sei, dass Konsolen zum Spielen nötig bleiben. Sony wolle auch künftig eigene Spielkonsolen anbieten. 

Spannend wird es bei der Frage, wie diese Konsolen künftig aussehen könnten. Nishino sprach davon, dass Sony beim Entwickeln neuer Konsolen Technologien nutzen wolle, die in "verschiedenen Formen und an verschiedenen Orten" verwendet werden können. Genau diese Formulierung sorgt jetzt für Spekulationen über einen möglichen PlayStation-Handheld. 

Eine Bestätigung ist das nicht. Sony hat keinen PS6-Handheld angekündigt, keinen Namen genannt und keine technischen Details verraten. Aber die Aussage klingt auffällig offen für mehr als nur eine klassische Heimkonsole unter dem Fernseher.

Der Erfolg von Switch 2 verändert die Erwartungen

Dass Fans sofort an einen Handheld denken, ist kein Zufall. Nintendo zeigt mit der Switch 2, wie stark flexible Spielweisen funktionieren können. Eine Konsole, die im Wohnzimmer, unterwegs oder im Bett funktioniert, passt besser zu vielen Spielern als ein Gerät, das ausschließlich am Fernseher hängt.

Sony kennt diesen Markt natürlich. Mit PSP und PS Vita hatte PlayStation schon früher eigene Handhelds. Später zog sich Sony aus diesem Bereich zurück, während Nintendo den mobilen Konsolenmarkt dominierte. Mit der PlayStation Portal tastete sich Sony wieder an mobiles Spielen heran, allerdings nur als Remote-Player für PS5 beziehungsweise Cloud-Nutzung – nicht als vollwertige eigene Handheld-Konsole.

Nishino nannte laut TechRadar selbst die PlayStation Portal als Teil dieser Richtung. Sony wolle neue Spielerfahrungen ermöglichen und auch komfortables Spielen an anderen Orten unterstützen. 

Ein PS6-Handheld wäre Sonys logischer nächster Schritt

Ein echter PlayStation-Handheld zur PS6-Generation wäre deshalb nicht abwegig. Die Branche bewegt sich ohnehin in diese Richtung: Steam Deck, ROG Ally, Legion Go, Switch 2 und andere Geräte haben gezeigt, dass viele Spieler leistungsfähige mobile Hardware wollen.

Für Sony wäre die große Frage: Soll ein möglicher Handheld eigene Spiele nativ ausführen, PS6-Spiele streamen oder beides kombinieren? Genau daran hängt am Ende, ob so ein Gerät wirklich mit Switch 2 und PC-Handhelds konkurrieren könnte.

Ein reines Streaming-Gerät wäre vermutlich zu wenig, um viele Fans zu begeistern. Eine portable PlayStation, die zumindest ausgewählte PS5- oder PS6-Spiele direkt abspielt, wäre dagegen ein deutlich größeres Signal.

Sony hält auch an Live-Service fest

Interessant ist außerdem, dass Sony trotz vieler Rückschläge weiter an Live-Service-Spielen festhalten will. Nishino sagte laut Play3, Live-Service-Spiele seien Inhalte, die Nutzer weltweit anziehen könnten. Sony wolle den Markt deshalb weiter mit First-Party- und Third-Party-Inhalten beleben. 

Das ist bemerkenswert, weil Sonys Live-Service-Offensive zuletzt alles andere als rund lief. Mehrere Projekte wurden eingestellt, andere sorgten für Kritik oder Unsicherheit. Trotzdem scheint Sony das Thema nicht komplett aufzugeben.

Für die PS6-Generation könnte das bedeuten: Sony will einerseits weiter starke Einzelspieler-Marken behalten, andererseits aber Hardware und Dienste so aufstellen, dass Multiplayer, Cloud, Handheld-Nutzung und Live-Service stärker zusammenspielen.

Noch ist alles vorsichtig formuliert

Wichtig bleibt: Ein PS6-Handheld ist bisher nicht bestätigt. Nishinos Aussagen lassen Raum für Spekulationen, mehr aber auch nicht. Sony könnte damit genauso gut flexible Zubehörgeräte, Cloud-Lösungen, neue Displays oder andere Formen der PlayStation-Nutzung meinen.

Trotzdem ist der Hinweis spannend. Sony spricht nicht mehr nur vom klassischen Konsolenkasten unter dem Fernseher, sondern von verschiedenen Formen und Orten. Genau das klingt nach einer PlayStation-Zukunft, die mobiler werden könnte.

Ob daraus wirklich ein PS6-Handheld wird, bleibt offen. Aber Sony scheint sehr genau zu beobachten, wie sich Spieler heute bewegen: weg vom reinen Wohnzimmer, hin zu flexibleren Geräten. Und genau dort könnte die nächste große PlayStation-Frage liegen.