In einem Gespräch mit dem japanischen Comedian und YouTuber Eiko Kano ging es um die Frage, ob Spiele durch Playthroughs und Streams an Reiz verlieren. Mikamis Haltung dazu ist ziemlich deutlich: Wenn Zuschauer ein komplettes Spiel nur ansehen und danach zufrieden sind, ohne es selbst spielen zu wollen, dann sei das Spiel offenbar nicht gut genug gewesen. 

Streams sind nicht automatisch das Problem

Wichtig ist dabei: Mikami spricht sich nicht grundsätzlich gegen Streams aus. Der Punkt ist eher, dass ein gutes Spiel beim Zuschauen Lust machen sollte, selbst den Controller in die Hand zu nehmen.

Gerade bei Horror- und Actionspielen ist das interessant. Resident Evil lebt nicht nur von Monstern, Story und Atmosphäre, sondern auch vom eigenen Druckmoment: begrenzte Munition, enge Räume, schwere Entscheidungen und das Gefühl, selbst für jeden Fehler verantwortlich zu sein.

Ein Stream kann diese Erfahrung zeigen – aber nicht vollständig ersetzen. Genau darin liegt Mikamis Aussage. Für Entwickler ist die eigentliche Aufgabe nicht, Streams zu verhindern. Sie müssen Spiele bauen, die trotz Streams so reizvoll bleiben, dass Zuschauer sie danach selbst erleben wollen.

Das Thema trifft einen Nerv. Viele moderne Spiele werden heute zuerst auf Twitch, YouTube oder TikTok wahrgenommen. Manche profitieren davon enorm, andere wirken nach dem Zuschauen schon fast erledigt.

Mikamis Aussage ist deshalb mehr als nur ein Spruch über Let’s Plays. Sie ist eine Erinnerung daran, dass Spiele am Ende durch Interaktion funktionieren müssen. Wenn Zuschauen reicht, fehlt offenbar etwas Entscheidendes.


Foto: Antonio Fucito / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0