Der Preis der offiziellen Steam Machine hat es allerdings in sich. Laut The Verge startet das 512-GB-Modell bei 1049 Dollar. Mit Steam Controller kostet diese Variante 1128 Dollar. Das größere 2-TB-Modell liegt bei 1349 Dollar, im Bundle mit Controller bei 1428 Dollar. Der Verkaufsstart ist für den 29. Juni 2026 geplant. Vorher läuft ein Reservierungssystem, bei dem Interessenten in eine Warteschlange aufgenommen werden. 

Deutlich teurer als klassische Konsolen

Mit diesen Preisen bewegt sich die Steam Machine weit oberhalb klassischer Konsolen. Zum Vergleich nennt The Verge eine digitale PS5 mit 599,99 Dollar, eine Xbox Series X mit 649,99 Dollar und eine PS5 Pro mit 899,99 Dollar. Valve verkauft also keine günstige Konsolenalternative, sondern eher einen kompakten Linux-PC fürs Wohnzimmer. 

Genau das ist auch der entscheidende Unterschied. Die Steam Machine ist nicht an eine geschlossene Plattform gebunden, sondern soll die bestehende Steam-Bibliothek der Nutzer auf den Fernseher bringen. Wer seit Jahren PC-Spiele auf Steam sammelt, bekommt damit ein Gerät, das eher wie eine Konsole bedient wird, aber im Kern ein anpassbarer PC bleibt.

Valve erklärt den hohen Preis auch damit, dass die Hardware nicht künstlich subventioniert werde. Klassische Konsolenhersteller verkaufen Geräte teils günstiger, weil Geld später über Spiele, Abos oder geschlossene Ökosysteme zurückfließt. Valve argumentiert dagegen mit der Offenheit des PC-Markts und will die Steam Machine eher als eine Option unter vielen verstanden wissen. 

Für Spieler ist das eine zweischneidige Sache. Einerseits klingt ein Wohnzimmer-PC mit SteamOS, Controller-Bedienung und Zugriff auf die eigene Bibliothek attraktiv. Andererseits muss Valve nun erklären, warum Kunden für ein Gerät mit konsolenähnlichem Einsatzzweck deutlich mehr bezahlen sollen als für eine PlayStation oder Xbox.

SteamOS wird zum eigentlichen Star

Fast spannender als die neue Hardware ist deshalb die zweite Ankündigung: Valve öffnet SteamOS stärker für eigene Desktop-PCs. Ab SteamOS 3.8 sollen Nutzer laut Valve eigene Steam Machines mit beliebigen PC-Komponenten bauen können. SteamOS 3.8.10 bringt bereits eine bessere Kompatibilität mit aktuellen Intel- und AMD-Plattformen. 

Damit wird SteamOS langsam zu dem, was viele PC-Spieler seit Jahren wollten: ein konsolenähnliches Betriebssystem für den eigenen Gaming-PC. Statt Windows hochzufahren, Treiber zu sortieren und Launcher zu öffnen, soll der Rechner direkt in eine Steam-ähnliche Oberfläche starten – vergleichbar mit dem Steam Deck, nur eben für den Fernseher oder den Schreibtisch.

Ganz fertig ist diese Vision aber noch nicht. Valve betont, dass die aktuelle SteamOS-Installation eher für frische Installationen gedacht ist. Wer SteamOS auf einem vorhandenen Windows-PC nutzen will, muss derzeit noch damit rechnen, das Laufwerk zu löschen. Ein komfortables Dual-Boot-System, bei dem SteamOS neben Windows eingerichtet wird, ist noch nicht fertig. 

Auch bei Nvidia-Grafikkarten gibt es noch Arbeit. Valve arbeitet laut Entwickler Pierre-Loup Griffais eng mit Nvidia zusammen und baut ein Team für bessere Treiberunterstützung auf. Aktuell ist SteamOS aber weiterhin vor allem für AMD- und zunehmend Intel-Systeme interessant. Nvidia-Unterstützung soll kommen, könnte aber noch dauern. 

Valves eigentliche Strategie wird klarer

Zusammen zeigen beide Meldungen, wohin Valve will. Die Steam Machine ist nicht nur ein einzelnes Produkt, sondern ein Referenzgerät für ein größeres SteamOS-Ökosystem. Wer eine fertige Lösung möchte, kann Valves Hardware kaufen. Wer lieber selbst baut, soll künftig ebenfalls eine Möglichkeit bekommen.

Das könnte den PC-Markt verändern. Wenn SteamOS auf mehr Hardware sauber läuft, wird der klassische Windows-Gaming-PC im Wohnzimmer weniger alternativlos. Gleichzeitig könnten Hersteller eigene SteamOS-Geräte anbieten, ähnlich wie es beim Steam Deck bereits mit anderen Handhelds und SteamOS-Alternativen passiert.

Für Microsoft ist das nicht ganz ungefährlich. Windows war über Jahrzehnte die Standardplattform für PC-Gaming. Valve arbeitet nun sichtbar daran, mit SteamOS eine bequemere und stärker auf Spiele zugeschnittene Alternative aufzubauen.

Ob die offizielle Steam Machine bei Preisen ab 1049 Dollar ein Massenprodukt wird, ist offen. Der größere Schritt könnte am Ende aber ohnehin die Öffnung von SteamOS sein. Denn damit macht Valve aus einer teuren Box im Wohnzimmer möglicherweise den Startpunkt für viele eigene Steam Machines der Spieler.