Bei Electronic Arts rollt offenbar die nächste Entlassungswelle an. Laut einem Bericht von Game Developer, der sich auf Kotaku beruft, sind diesmal unter anderem Mitarbeiter in den Bereichen Recruitment, Customer Support, Trust & Safety sowie IT betroffen. Die Kürzungen sollen sowohl Remote-Mitarbeiter in den USA als auch Beschäftigte am EA-Standort Hyderabad in Indien treffen. Eine konkrete Zahl der betroffenen Stellen wurde bislang nicht genannt.
Besonders bitter: Es wäre bereits die dritte gemeldete Entlassungsrunde bei EA in diesem Jahr. Zuvor hatte es demnach bereits Einschnitte beim Battlefield-Bereich gegeben, zu dem unter anderem DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive gehören. Auch beim Skate-Entwickler Full Circle soll es schon früher im Jahr Kündigungen gegeben haben.
Ausgerechnet Support und Sicherheit betroffen?
Dass nun offenbar auch Support- und Trust-&-Safety-Teams betroffen sind, dürfte bei vielen Spielern besonders schlecht ankommen. Gerade diese Bereiche sind bei Online-Spielen wichtig: Sie kümmern sich um Meldungen, toxisches Verhalten, Sicherheitsfragen, Community-Probleme und den Kontakt zu Spielern, wenn mal wieder irgendetwas im Account, im Matchmaking oder im Store schiefläuft.
Aus Spielersicht ist das kein kleiner Nebenschauplatz. Electronic Arts betreibt mehrere große Online-Marken, darunter EA Sports FC, Apex Legends, Battlefield und Die Sims. Wenn ausgerechnet Support-Strukturen weiter zusammengestrichen werden, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Spieler künftig länger auf Hilfe warten müssen oder ob Teile der Arbeit stärker ausgelagert werden.
Finanziell steht EA eigentlich nicht schlecht da
Die neuerlichen Berichte sind auch deshalb brisant, weil EA wirtschaftlich keineswegs wie ein angeschlagener Publisher wirkt. Gameswelt verweist für das im März abgeschlossene Geschäftsjahr 2026 auf einen Nettoumsatz von rund 7,5 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig war Battlefield 6 demnach ein großer kommerzieller Erfolg und verkaufte sich allein in den ersten drei Tagen mehr als sieben Millionen Mal.
Zusätzlich steht EA vor einer gewaltigen Veränderung: Das Unternehmen nähert sich laut Game Developer einem rund 55 Milliarden Dollar schweren Buyout durch ein privates Konsortium, zu dem auch Saudi-Arabiens Staatsfonds gehören soll. EA selbst habe den Bericht zu den neuen Entlassungen nicht kommentiert.
Für die Branche bleibt die Meldung ein weiteres düsteres Signal. Selbst große Marken, hohe Umsätze und erfolgreiche Spiele schützen Entwickler und Support-Teams offenbar nicht mehr zuverlässig vor Kürzungen.
Foto: King of Hearts / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
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